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Die Datenkraken

Immer mehr Menschen nutzen die Dienste der US-Firma GoogleTM. Angefangen über die Suchmaschine, weiter über Mail und Kalender, die Desktopsuche, den Browser "Chrome", die Bildbearbeitung Picasa TM bis hin zum "digitalen Globus" Google EarthTM. Mittlerweile wurde auch das beliebte Videoportal YouTube geschluckt. Nun ist es ja (zum Teil) auch sehr verlockend, wenn der Branchenprimus einen "kostenlos" mit diesen ganzen Services zudeckt. Wirklich kostenlos ist das natürlich nicht, denn du bezahlst dafür mit deinen Daten. So werden bei einer Suchanfrage deine IP-Adresse erfasst sowie Datum und Zeitpunkt der Anfrage und natürlich die verwendeten Suchbegriffe selbst protokolliert! Diese ganzen Daten werden dann - Stand Anfang 2009 - für neun Monate gespeichert!

Jeder Google-Browser Chrome, vor dem selbst das BSI warnt, verfügt über eine eindeutige ID, die wiederum Aufschluss über das Surfverhalten des Users an GoogleTM weitergibt. Ebenso werden Daten bei der Nutzung der Desktopsuchmaschine weitergegeben, und wie geschützt die Inhalte der Mails und des Kalenders bei GMail-Usern sind, darüber möchte ich gar nicht spekulieren.

Dem Unternehmen ist es somit möglich, durch die Kombination von Informationen über seine Nutzer umfassende Benutzerprofile zu erstellen. Diese Sammeleien werden damit begründet, dass man noch bessere Angebote machen und auf die Bedürfnisse des Users speziell zuschneidern will. Wie fürsorglich...

Den größten Schritt Richtung Überwachung hat GoogleTM allerdings mit Streetview gestartet: Auch wenn - nach ersten Protesten - die Gesichter der Menschen, die mit dieser Rundumerkennung gefilmt wurden, automatisch unkenntlich gemacht werden sollen, ist dieser Service lediglich für alle BigBrother-Fans ein Segen.

Zwar kannst du selbst bestimmen, welche Dienste von GoogleTM du nutzt, aber viele Webmaster freuen sich über Google AnalyticsTM und Google AdSenseTM um Informationen über die Seitenbewegung und Herkunft ihrer Besucher zu erhalten (zugegeben, eine verlockende und manchmal sehr interessante Sache), und nebenher vielleicht noch ein wenig Geld zu verdienen. Häufig merkst du als User nicht, wie du pausenlos in den Fängen der Datenkraken landest.

Die Gefahr besteht aber nicht nur in der Datensammelei. Immer mehr Menschen nutzen zur Suche und Recherche ausschließlich die Suchmaschine GoogleTM, mittlerweile ist "googeln" schon ein Synonym für "im Web suchen" geworden. Webdesigner und (andere) Spezialisten suchen immer mehr nach Möglichkeiten, ihre Webseiten auf GoogleTM zu optimieren und zum Teil auch zu manipulieren. Wie gut dann wirklich die Ergebnisse einer Suche sind sei dahingestellt. Wichtig ist eine Vielfalt, kein Monopol!

So gibt es ausreichend Alternativen zu GMail, ebenso zum googleeigenen Blogservice Blogger.comTM, zum Browser Chrome sowieso. Bei den Suchmaschinen sieht es da schon etwas anders aus, da viele kleine Suchanbieter auf die Ergebnisse von GoogleTM zurückgreifen. Als Sinnvoll hat sich - zumindest bei Recherchen - der Einsatz von Metasuchmaschinen erwiesen, aber auch diese sind abhängig von den Suchmaschinen, bei denen sie anfragen. (Empfehlungen siehe weiter unten).

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